p a l a s t b i l d e r . d e
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Der Berliner Palast der Republik ist eine gigantische Architektur-Wahrnehmungs-Maschine. Obwohl selbst ohne Kleid, im Innern ein Rohbau, ein Gefüge sinnlos gewordener, riesenhaft sich hinstreckender Hallen, Fluren und Treppen, wirkt er wie eine Sammellinse für seine Umgebung, den Dom, den Lustgarten mit dem Alten Museum, Schlossfreiheit, Marstall, Fernsehturm und St.Marien. Auf seiner Aussenseite spiegelt sich die Kulisse des ehemaligen Schlossbereichs in seiner Fassade, vielfach gebrochen und verzerrt - umwandert man ihn, finden sich die Spiegelbilder oft überraschend, an unerwarteter Stelle. Von innen stellt sich die gleiche Szene ebenso unwirklich dar: die Baukörper draussen stehen wie in einem Aquarium, der Blick durch die Scheiben des Palastes ist trüb, blass, mild, die Bilder der Stadt liegen hinter einem Schleier, es fühlt sich an wie gedämpfte Musik.
Der Palast ist kalt, riecht wie der Keller eines Berliner Mietshauses, er ist brüchig, gefährlich, versperrt. Die Ränge des ehemaligen Volkskammerplenums zeigen nur noch ein nacktes Gestell, die ehemals spiessig-elegante Pracht des Parlamentssaals ist reduziert auf den provisorischen Charakter einer Probenbühne. Umso faszinierender die Installationen der Kunstaustellung Fraktale, selbst gross, raumgreifend und rätselhaft, die als Kontrapunkt in den metallischen Grossraum montiert sind. Die Fraktale Lounge zeigt uns im "Kleinen" das Potential des Palastes: inmitten des musealen Zentrums von Berlins ein Ort der Anarchie, der Kunst, des Experiments zu sein, ein Gehäuse für jedermann zwischen den Fassaden der Macht und des Geldes. Unter der Tarnung eines vermeintlich hässlichen Äusseren gleicht der Palast der Republik einem gewaltigen. rätselhaften, schönen Zirkus.
November 2005
Die Abbildung von Teilen der Ausstellung Fraktale IV erfolgte mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung des Vereins FRAKTALE Zeitgenössische
Kunst e.V.
> BUENDNIS.PALAST
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Wikipedia über den Palast
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Fraktale Berlin
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Moratorium des BDA Berlin |